Friedensgebet
Gnade und Friede sei mit euch
von Gott unserem Herrn. Amen.
Herzlich willkommen zu diesem Friedensgebet heute Abend hier in der Kirche in Maulburg.
Es herrscht Krieg, mitten in Europa. Dieser Krieg erfüllt viele Menschen mit Angst, Schrecken, und Verzweiflung. Die Menschen in der Ukraine fürchten um Leib und Leben. Leid und Tod ziehen in ihre Städte und Dörfer ein und machen jede Hoffnung auf Frieden zunichte.
Um die Hoffnung auf Frieden in der Welt lebendig zu halten, haben wir uns heute hier versammelt, und um für den Frieden in der Ukraine zu beten. Wir bringen unsere Ohnmacht und unsere Angst vor Gott. Aber auch unsere Hoffnungen und unser Sehnsucht.
Lied: NL 147 Gottes Wort ist wie ein Licht in der Nacht
Wir feiern dieses Friedensgebet
im Namen Gottes, der Frieden schafft,
im Namen Jesu Christi, der uns Menschen zur Versöhnung ruft
und im Namen des Heiligen Geistes,
der Hoffnung und Leben schenkt.
Jetzt und in Ewigkeit. Amen.
im Namen Gottes, der Frieden schafft,
im Namen Jesu Christi, der uns Menschen zur Versöhnung ruft
und im Namen des Heiligen Geistes,
der Hoffnung und Leben schenkt.
Jetzt und in Ewigkeit. Amen.
Lasst uns nun miteinander beten:
Dabei bitte ich sie, nach jedem Gebet das "Herr, erbarme dich" zwei mal zu singen.
Wenn die Waffen schweigen, wenn nicht mehr in der Nähe von Atomkraftwerken gekämpft wird, wenn keine Kinderkrankenhäuser mehr bombardiert werden und keine Theater, wenn keine Streubomben mehr auf Wohnhäuser geworfen werden und keine Städte mehr von Panzern umstellt sind, so dass keiner mehr hinein und keiner mehr hinaus kann, so dass die Menschen in den Städten Hungern und frieren, wenn also die Waffen endlich ruhen, weil an einem Ort entweder die eine Seite gewonnen hat oder die andere, oder weil beide Seiten müde geworden sind über die Kämpfe und nicht mehr weiterkämpfen wollen oder können, dann ist das noch lange kein Friede. Aber es ist eine erste Ruhepause.
Um eine solche Ruhepause bitten wir dich Gott, für die Menschen in der Ukraine. Um einen Waffenstillstand, der den Menschen in der Ukraine eine Atempause verschafft.
Wir rufen zu dir: Herr, erbarme dich
Wenn die Menschen anfangen, zu reden, wenn die Herzen dabei voller Hass sind und Wut, angesichts der sinnlosen Zerstörung, wenn die Worte vergiftet sind, wie auch die Herzen, so dass keiner dem anderen über den Weg traut, dann ist ein solches Reden noch kein Friede. Aber es ist zumindest wieder ein Reden. Ein Abklären dessen, was möglich ist, ein gemeinsames Suchen nach einer Lösung, die Frieden möglich macht.
Um ein solches Reden bitten wir dich Gott, für die Menschen in der Ukraine. Um ein Reden das Brücken über den Gräben der Feindschaft baut, die sich dort aufgetan haben.
Wir rufen zu dir: Herr, erbarme dich
Wenn sich dann die ersten zarten Lösungen anbahnen, wenn die Menschen merken, es bewegt sich etwas, etwas in eine Richtung, die den Druck nicht immer nur weiter erhöht, sondern die einem Luft zum Atmen gibt, die vielleicht sogar Hoffnung macht, dass es so etwas wie Frieden im Land geben könnte, wenn sich Feinde zum ersten Mal die Hand reichen, und die Waffen verschwinden. Wenn die Soldaten ihre Uniformen ausziehen und wieder nach Hause gehen und die ersten Flüchtlinge heimkehren, noch zaghaft und voller Angst, dann ist noch immer kein Friede. Aber es ist ein Moment, in dem der Friede wieder wachsen kann. Und je mehr solche Momente es gibt, Momente des Vertrauens und nicht der Angst, Momente, in denen so etwas wie Hoffnung wächst auf eine Zukunft, die ohne Kampf einer gegen den anderen auskommt, umso näher rückt der Friede.
Um eine solche Hoffnung auf Frieden bitten wir dich für die Menschen in der Ukraine. Denn ohne eine solche Hoffnung kann der Krieg noch Jahre oder gar Jahrzehnte dauern. Und wir bitten dich, dass aus dieser Hoffnung ein Friede wächst, der es den Menschen in der Ukraine ermöglicht, bald wieder ohne Angst in ihrem Land zu leben.
Wir rufen zu dir: Herr, erbarme dich
Wir hören aus dem 5. Kapitel des Matthäusevangeliums, die Verse 3-10. Jesus Christus spricht:
Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.
Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben.
Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden.
Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.
Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.
Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.
Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich. Amen.
Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.
Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben.
Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden.
Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.
Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.
Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.
Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich. Amen.
Lied: EG 667, 1-4 Selig seid ihr
Wir leben in einer Welt voller Unfrieden. Einer Welt der Kriege, der Ausbeutung und der Unterdrückung. Doch Gott will das nicht.
So heißt es im Hebräerbrief, im 12. Kapitel: „Strebt voll Eifer nach Frieden mit allen!" (Hebr 12,14)
Friede ist eine der zentrale Botschaften der Bibel. Dabei ist dieser Friede mehr als nur die bloße Abwesenheit von Krieg. Er ist auch mehr als eine nur durch äußeren Druck erzwungene Ruhe, in die Menschen gedrängt werden, damit sie sich nicht gegen das Unrecht, dem sie ausgesetzt sind, wehren. Nein, Frieden ist mehr.
Frieden ist Gerechtigkeit. Denn Gerechtigkeit und Frieden sind Geschwister. Und nur dort, wo die Gerechtigkeit herrscht, hat die Herrschaft der Gewalt ein Ende.
Frieden ist Hoffnung. Weil die Sehnsucht nach Frieden immer über das hinausgeht, was wir Menschen leben können. Doch zugleich ist Frieden etwas, das wir ganz konkret erleben können, jeden Tag. Wenn er sich zeigt, zwischen uns Menschen.
Und Frieden ist Versöhnung. Dabei ist eine solche Versöhnung nur dort möglich, wo das Unrecht beim Namen genannt wird. Wo Menschen sich zu ihrer Schuld bekennen und glaubhaft versichern, nicht noch einmal das gleiche Unrecht zu begehen.
Ein solcher Friede ist es wert, dass wir um ihn kämpfen. Nicht unbedingt mit Waffen. Jesus zumindest war kein Freund von Waffen. Er wusste, dass am Ende nicht die Waffen Frieden schaffen, sondern die Menschen. Weil jeder Mensch ein Feind des andern sein kann - mit oder ohne Waffen - aber aus Feinden eben auch Freunde werden können, wenn wir dem Frieden folgen - und nicht der Gewalt.
Dazu ruft uns Gott auf - dazu ruft er auch die russischen Soldaten auf - wie auch die Menschen, die in der Ukraine kämpfen. Weil Frieden so viel mehr ist als nur das Schweigen der Waffen. Und weil wir am Ende alle von diesem Frieden leben. Hier, wie überall auf der Welt Amen.
Damit wir diesen Frieden auch für uns nicht aus den Augen verlieren, lasst uns beten mit Worten von Franz von Assisi:
Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo der Irrtum herrscht;
dass ich den Glauben bringe, wo der Zweifel drückt
dass ich die Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich ein Licht entzünde, wo die Finsternis regiert;
dass ich Freude mache, wo der Kummer wohnt.
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo der Irrtum herrscht;
dass ich den Glauben bringe, wo der Zweifel drückt
dass ich die Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich ein Licht entzünde, wo die Finsternis regiert;
dass ich Freude mache, wo der Kummer wohnt.
Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.
Denn wer da hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.
Wir beten weiter in der Stille für die Menschen in der Ukraine
Als Zeichen, dass wir uns nicht an den Krieg gewöhnen wollen - und als Zeichen der Hoffnung auf Frieden - sind Sie nun eingeladen, nach vorne zu kommen und eine Kerze anzuzünden und auf dem Tauftisch abzustellen. Es ist ein Licht der Hoffnung auf den Frieden. Es soll hier bei uns leuchten und in der Ukraine.
Lasst uns nu mit den Worten Jesu beten:
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
und vergib uns unsre Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
und vergib uns unsre Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Lied: EG 171, 1-3 Bewahre uns Gott, behüte uns Gott
Empfangt den Segen Gottes:
Der Herr segne uns
die Menschen in der Ukraine
und überall in der Welt.
und überall in der Welt.
Er bewahre uns vor Unheil, Krieg, Not und Vertreibung
und lenke unsere Schritte
auf den Weg der Gerechtigkeit und des Friedens.
und lenke unsere Schritte
auf den Weg der Gerechtigkeit und des Friedens.
Jetzt und in Ewigkeit. Amen.
Friedensgebet Freitag 18. März 2022 (Pfr. Paul Wassmer)
