Gottesdienst Mk. 10, 35-45
Gnade und Friede sei mit euch,
von Gott unserem Herrn.
Herzlich willkommen zu diesem Gottesdienst heute am Sonntag Judika.
Dieser Sonntag hat seinen Namen aus einem Vers aus Psalm 43, in dem es heißt:
„Schaffe mir Recht, Gott und führe meine Sache ...." (Psalm 43,1).
Es geht an diesem Sonntag also darum, dass wir Menschen zu unserem Recht kommen. Doch Recht haben - und Recht bekommen - ist ein weites Feld. Davon erzählt auch die Geschichte aus der Bibel für den heutigen Sonntag. Dort wenden sich zwei Jünger mit einer scheinbar harmlosen Bitte an Jesus. Sie fragen nach dem Platz rechts und links an seiner Seite. Doch ihre Bitte ist nicht so unschuldig, wie sie auf den ersten Blick aussieht. Hinter ihr steckt mehr. Es geht um Anerkennung - und darum, wer später einmal neben Jesus an den Hebeln der Macht sitzt. Wie Jesus mit dieser Bitte umgeht? Lassen Sie sich überraschen.
Wir singen zum Eingang:
Lied: EG 331, 1-2,5 Großer Gott wir loben dich
Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen
des Vaters
und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.
des Vaters
und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.
Lasst uns beten:
Barmherziger Gott
Recht zu bekommen ....
und Anerkennung für das, was man geleistet hat ...
... ist ein menschliches Grundbedürfnis.
Recht zu bekommen ....
und Anerkennung für das, was man geleistet hat ...
... ist ein menschliches Grundbedürfnis.
Doch wie oft kommen wir in Situationen,
in denen uns dieses Recht verweigert wird
und wir scheinbar mit leeren Händen dastehen?
in denen uns dieses Recht verweigert wird
und wir scheinbar mit leeren Händen dastehen?
So kommen wir zu dir Gott
mit unserer Suche nach Recht und Gerechtigkeit
und mit unserem Bedürfnis nach Anerkennung.
mit unserer Suche nach Recht und Gerechtigkeit
und mit unserem Bedürfnis nach Anerkennung.
Und wir bitten dich:
Steh uns bei
dass wir das Suchen nach Gerechtigkeit nicht aufgeben,
denn es verleiht unserem Leben Würde.
Bewahre uns aber auch davor,
zu Prinzipienreitern zu werden,
die das Recht und die Gerechtigkeit
zwar wie ein Schild vor sich hertragen,
denen es aber vor allem um das Recht bekommen geht.
dass wir das Suchen nach Gerechtigkeit nicht aufgeben,
denn es verleiht unserem Leben Würde.
Bewahre uns aber auch davor,
zu Prinzipienreitern zu werden,
die das Recht und die Gerechtigkeit
zwar wie ein Schild vor sich hertragen,
denen es aber vor allem um das Recht bekommen geht.
Hilf uns, miteinander zu reden
und die unterschiedlichen Bedürfnisse wahrzunehmen.
Gib uns Mut, Kompromisse zu schließen, mit denen alle leben können,
damit nicht nur einer Recht und Anerkennung bekommt,
sondern möglichst viele.
und die unterschiedlichen Bedürfnisse wahrzunehmen.
Gib uns Mut, Kompromisse zu schließen, mit denen alle leben können,
damit nicht nur einer Recht und Anerkennung bekommt,
sondern möglichst viele.
Lass so unter uns und in der Welt
Frieden und Gerechtigkeit wachsen.
Frieden und Gerechtigkeit wachsen.
Darum bitten wir dich
Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.
Wir hören als Lesung auf Worte aus dem 10. Kapitel des Markusevangeliums. Sie sind überschrieben mit den Worten: Vom Herrschen und vom Dienen (»Die Söhne des Zebedäus«)
Da gingen zu ihm Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, und sprachen: Meister, wir wollen, dass du für uns tust, um was wir dich bitten werden.
Er sprach zu ihnen: Was wollt ihr, dass ich für euch tue?
Sie sprachen zu ihm: Gib uns, dass wir sitzen einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken in deiner Herrlichkeit.
Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder euch taufen lassen mit der Taufe, mit der ich getauft werde?
Sie sprachen zu ihm: Ja, das können wir. Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr werdet zwar den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, mit der ich getauft werde; zu sitzen aber zu meiner Rechten oder zu meiner Linken, das steht mir nicht zu, euch zu geben, sondern das wird denen zuteil, für die es bestimmt ist.
Und als das die Zehn hörten, wurden sie unwillig über Jakobus und Johannes.
Da rief Jesus sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an. Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein; und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein.
Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.
Er sprach zu ihnen: Was wollt ihr, dass ich für euch tue?
Sie sprachen zu ihm: Gib uns, dass wir sitzen einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken in deiner Herrlichkeit.
Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder euch taufen lassen mit der Taufe, mit der ich getauft werde?
Sie sprachen zu ihm: Ja, das können wir. Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr werdet zwar den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, mit der ich getauft werde; zu sitzen aber zu meiner Rechten oder zu meiner Linken, das steht mir nicht zu, euch zu geben, sondern das wird denen zuteil, für die es bestimmt ist.
Und als das die Zehn hörten, wurden sie unwillig über Jakobus und Johannes.
Da rief Jesus sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an. Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein; und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein.
Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.
Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Amen.
Lied: NL 34, 1-4 Eines Tages, kam einer
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus
und die Liebe Gottes
und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes
sei mit euch allen.
und die Liebe Gottes
und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes
sei mit euch allen.
Gott segne reden und hören. Amen.
Liebe Gemeinde
Sie gelten als impulsiv - doch tragen sie ihr Herz am rechten Fleck. Sie gehören mit zum engsten Kreis um Jesus - schon von Anfang an sind sie mit dabei. Alles haben sie für ihn aufgegeben. Ihre Heimat. Ihren Besitz. Ihre Familie. Doch was haben sie bisher dafür bekommen?
Einen neuen Namen: „Donnersöhne", so nennt Jesus sie, wohl auch, weil sie eher stimmgewaltig waren. Auch zeigt er ihnen über den Namen hinaus, dass sie ihm etwas bedeuten. So wählt er regelmäßig sie aus, wenn er jemand Vertrautes an seiner Seite braucht. Doch reicht das? Oder brauchen sie auf Dauer nicht mehr? An Anerkennung? Und Respekt?
Sie gelten als impulsiv - doch tragen sie ihr Herz am rechten Fleck. Sie gehören mit zum engsten Kreis um Jesus - schon von Anfang an sind sie mit dabei. Alles haben sie für ihn aufgegeben. Ihre Heimat. Ihren Besitz. Ihre Familie. Doch was haben sie bisher dafür bekommen?
Einen neuen Namen: „Donnersöhne", so nennt Jesus sie, wohl auch, weil sie eher stimmgewaltig waren. Auch zeigt er ihnen über den Namen hinaus, dass sie ihm etwas bedeuten. So wählt er regelmäßig sie aus, wenn er jemand Vertrautes an seiner Seite braucht. Doch reicht das? Oder brauchen sie auf Dauer nicht mehr? An Anerkennung? Und Respekt?
So kommt ihre Frage nicht von ungefähr. Und sie ist ja auch nicht ungebührlich. Sie wollen es ja nur wissen. Und schließlich geht es ja um nicht viel. Zumindest im Moment noch nicht. Und außerdem steht es ihnen irgendwie ja auch zu. Warum also nicht fragen:
„Könnten wir, wenn das Reich Gottes kommt, zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken sitzen."
Da ist sie raus. Die Frage, die schon so lange in ihnen gebrodelt hat. Sie haben sie gestellt. Als Erste. Und damit ihr Revier markiert. Simon, den Jesus ebenfalls öfter in seiner Nähe hat, und der von Jesus auch einen eigenen Ehrennamen bekommen hat - Petrus - der Fels - ist ihnen dieses Mal nicht zuvor gekommen. Nein. Sie waren die Ersten. Sie ganz allein.
Hoffnungsfroh warten sie auf eine Antwort. Natürlich eine positive. „Aber sicher doch" - könnte sie lauten. Oder: „Das ist doch selbstverständlich. Bei allem, was ihr für mich getan habt." Ja, so könnte die Antwort lauten.
Aber so lautet sie nicht.
So geht die Geschichte los, die im Mittelpunkt des heutigen Sonntags steht. Sie geht damit los, dass zwei aufrechte Männer eine scheinbar harmlose Frage stellen und damit ein Fass aufmachen, das sie nicht mehr so schnell zubekommen.
Um was geht es in ihrer Frage?
Es geht um Anerkennung. Eine Anerkennung, die - das lässt die Antwort Jesu erkennen - sie durchaus verdient haben. Sie haben für ihn alles aufgegeben. Und sie sind bereit, für ihn ihr Leben zu geben.
Trotzdem ist die Suche nach Anerkennung immer ein zweischneidiges Schwert. Denn die Anerkennung, die der eine bekommt, wird damit ja dem anderen genommen. Schließlich können sich nicht zwei Menschen in der gleichen Anerkennung sonnen.
Trotzdem ist die Suche nach Anerkennung immer ein zweischneidiges Schwert. Denn die Anerkennung, die der eine bekommt, wird damit ja dem anderen genommen. Schließlich können sich nicht zwei Menschen in der gleichen Anerkennung sonnen.
Oder was würden sie als Vater oder Mutter antworten, wenn ihr Kind sie fragt: „Wen hast du lieber? Mich oder meinen kleinen Bruder, meine kleine Schwester?"
„Ich habe euch natürlich gleich lieb!", ist die klassische Antwort. Und sie stimmt ja auch - irgendwie. Doch irgendwie stimmt sie auch nicht. Weil Gefühle nie genau gleich verteilt sind. Und weil sich Gefühle immer wieder verändern. So ist es eben nicht so, dass man seine Kinder immer genau gleich mag. Es gibt Momente, da spürt man die Liebe zu dem einem Kind mehr, und dann gibt es wieder Momente, da spürt man die Liebe zu dem anderen mehr. Schließlich liebt man beide. Jedes auf seine Weise. Aber wie erklärt man das seinem Kind, wenn es plötzlich nach einer Rangfolge fragt: Wen hast du lieber? - Die Frage zeigt ja schon: es kann nur einen geben.
So ist es auch mit den Plätzen rechts und links an Jesu Seite: auch sie lassen sich nur einmal vergeben.
Was also soll Jesus antworten? Soll er etwa sagen:
„Ich schätze auch alle auf die gleiche Weise. Darum bekommt jeder von euch den Platz an meiner Seite. Vielleicht abwechselnd? In einer Art von Rotationsprinzip: Montags Johannes und Jakobus, Dienstags Petrus und Andreas, Mittwochs ..."
Nun, ich glaube mit dieser Antwort wären Johannes und Jakobus nicht zufrieden gewesen. Es würde ihre Suche nach Anerkennung nicht befriedigen. Sie wollen mehr.
Doch gleichzeitig kommen die anderen und legen Protest ein:
„Moment mal", rufen sie. „Was ist mit uns?"
„Moment mal", rufen sie. „Was ist mit uns?"
So ist das im Leben. Man kann einen Kuchen nicht in beliebig viele Stücke aufteilen. Irgendwann ist er weg. So führt uns Menschen die Suche nach dem möglichst größten Stück vom Kuchen leicht auf einen Weg, auf dem wir jede Zurücksetzung als persönliche Beleidigung empfinden und umgekehrt jede Zusicherung nur als eine Etappe auf dem Weg zum endgültigen Sieg, bei dem es immer um den ganzen Kuchen geht.
Denn ist das Fass erst einmal geöffnet - haben wir erst einmal damit angefangen, nach Anerkennung zu suchen - und weil wir sie nicht gleich bekommen, angefangen, um sie zu kämpfen - dann werden ganz automatisch die Ellbogen ausgefahren. Dann geht es um Konkurrenz. Und darum, wer sich in dieser Konkurrenz behauptet. Schließlich kann es nur einen geben, der ganz oben ist. Egal wie.
So stehen wir hier also kurz vor einem Ausbruch eines Streits, der die Freundschaft der Jünger Jesu bis in ihre Grundfesten erschüttern kann.
Dabei tut es an dieser Stelle gut- wie bei jedem Streit - einen Schritt zurück zu gehen und sich zu fragen, wie ist das denn bei uns. Wo stehen wir in diesem Streit? Wo stehen Sie? Und wo stehe ich?
So kenne ich - auch wenn ich mir selbst nie die Frage gestellt habe, ob ich rechts oder links von Jesus sitzen möchte, die Gefühle, die mit dieser Frage verbunden sind, ganz gut.
Ich kenne die manchmal ganz harmlose Suche nach Anerkennung, die - wenn man sie in dem Moment bekommt - das Fass auch schnell wieder schließt - das man damit in sich geöffnet hat.
Ich kenne aber auch das andere. Ich kenne die offene Wunde, die einem bleibt, wenn man die gesuchte Anerkennung nicht bekommt. Und ich weiß, dass diese Wunde leicht eitern kann, so dass sie das eigene Leben vergiftet. Nicht umsonst gibt es Menschen, die immer und überall nach Anerkennung suchen - und nie genug davon bekommen. Und die ihr ganzes Leben immer nur kämpfen, kämpfen und kämpfen.
Ich kenne die manchmal ganz harmlose Suche nach Anerkennung, die - wenn man sie in dem Moment bekommt - das Fass auch schnell wieder schließt - das man damit in sich geöffnet hat.
Ich kenne aber auch das andere. Ich kenne die offene Wunde, die einem bleibt, wenn man die gesuchte Anerkennung nicht bekommt. Und ich weiß, dass diese Wunde leicht eitern kann, so dass sie das eigene Leben vergiftet. Nicht umsonst gibt es Menschen, die immer und überall nach Anerkennung suchen - und nie genug davon bekommen. Und die ihr ganzes Leben immer nur kämpfen, kämpfen und kämpfen.
Doch zurück nun zu Jesus und zu der Frage von Johannes und Jakobus.
Wie löst Jesus nun das Problem? Wie bekommt er das Fass wieder zu?
Zwei Dinge möchte ich nennen, die mir bei seiner Antwort auffielen.
Als Erstes: Jesus verändert die Situation.
Wo durch die Frage von Johannes und Jakobus eine Schlacht um die Frage droht, wer von Jesus am Meisten geschätzt wird - entzieht er mit seiner Antwort dieser Schlacht den Boden unter den Füßen.
Wo durch die Frage von Johannes und Jakobus eine Schlacht um die Frage droht, wer von Jesus am Meisten geschätzt wird - entzieht er mit seiner Antwort dieser Schlacht den Boden unter den Füßen.
„Nicht ich kann diese Frage entscheiden", sagt er. „Es liegt nicht an mir, wer einmal rechts und links von mir sitzt und mit mir zu Gericht sitzen wird über die, die hier auf der Erde Unrecht auf Unrecht häufen und die Menschen in ein sinnloses Leiden stürzen. Nein. Der Platz rechts und links von mir vergibt ein Anderer. Vielleicht sitzen dort ja dann die, denen das Unrecht angetan wurde? Wer weiß?"
Mit dieser Antwort entzieht Jesus dem Konkurrenzkampf seine Grundlage. Plötzlich lohnt es sich nicht mehr die Ellbogen auszufahren und um die Anerkennung von Jesus zu kämpfen, denn selbst wenn er am Ende dieses Kampfes den eigenen Namen nennen würde, würde dies nichts ändern. Schließlich entscheidet ein Anderer.
Jesus nimmt sich so aus der Schusslinie. So weitet er die Situation. Nicht mehr Neid und Konkurrenz, nicht mehr die Suche nach Macht und Anerkennung bestimmen nun das Miteinander. Nein, plötzlich sind wieder andere Dinge möglich.
In diese Lücke hinein setzt Jesus seinen zweiten Impuls: er gibt seinen Freunden ein neues Ziel für ihre Suche nach Anerkennung. Oder, mit anderen Worten, er zeigt ihnen eine Möglichkeit auf, dass alle ein Stück vom Kuchen abbekommen.
Denn dort, wo der Platz an der Seite Jesu begrenzt ist - weil es nur je einen geben kann, der rechts oder links von ihm sitzt - dort ist auf einmal ganz viel Platz, wenn man seiner Antwort folgt.
Denn die Möglichkeiten, anderen etwas Gutes zu tun, sind unbegrenzt. Jede und jeder kann hier tätig werden. Schließlich ist dieser Kuchen unendlich groß. Auch nimmt niemand, der einem anderen hilft, einem anderen die Anerkennung weg. Weil die Anerkennung nicht mehr von durch eine äußere Instanz erfolgt, die einen von oben herab bewertet, sondern die Anerkennung in einem selbst wächst. Und das nicht, indem er oder sie auf der Leiter der Macht nach oben steigt und auf andere herabsieht - sondern indem er oder sie anderen dient.
Wobei mir das Wort „dienen" im Deutschen fast ein wenig zu negativ besetzt ist. Dienen im Sinne Jesus hießt nicht, anderen ein Diener, eine Dienerin zu sein und sich herumkommandieren zu lassen, es heißt nicht, sich klein zu machen und den Mund zu halten, weil man in der Rangordnung weiter unten steht, nein, das alles bedeutete es nicht.
Dienen im Sinne Jesu heißt vielmehr, dass jemand aus freiem Willen und aus eigener Kraft für einen anderen etwas Gutes tut - ohne auf eine Gegenleistung aus zu sein. Dienen im Sinne Jesu heißt: einem anderen freiwillig etwas zu schenken. Mit einem offenen Herzen und ohne Hintergedanken.
Wer so etwas tut, der hat - was die Frage der Anerkennung angeht - eine innere Freiheit gefunden, die geradezu göttlich ist. Denn er oder sie braucht nicht mehr um diese Anerkennung zu kämpfen. Er oder sie muss nicht mehr um sie verhandeln, wie bei einem Tauschgeschäft. Nein, er oder sie kann sich selbst verschenken, weil er oder sie sich der Anerkennung sicher ist. Er oder sie trägt sie schon in sich.
Wer so etwas tut, der hat - was die Frage der Anerkennung angeht - eine innere Freiheit gefunden, die geradezu göttlich ist. Denn er oder sie braucht nicht mehr um diese Anerkennung zu kämpfen. Er oder sie muss nicht mehr um sie verhandeln, wie bei einem Tauschgeschäft. Nein, er oder sie kann sich selbst verschenken, weil er oder sie sich der Anerkennung sicher ist. Er oder sie trägt sie schon in sich.
Ein solches sich Verschenken ist nicht normal in dieser Welt, sagt Jesus. Dort geht es um Macht und Herrschaft. Um oben und unten. Um den Kampf um das beste Stück vom Kuchen. Doch bei euch muss das nicht so sein. Ihr könnt anders leben. Freier, entspannter, und gleichzeitig mit mehr Würde. Weil ihr euch frei dafür entscheiden könnt, anderen etwas von dem zu schenken, was ihr ihnen an Gutem tun könnt, anstatt euch gegenseitig im Kampf um die obersten Plätze alles zu neiden und wegzunehmen.
Es ist eine Vision, von der Jesus hier erzählt. Ein Traum von einer anderen Welt, in der wir uns gegenseitig beschenken, anstatt uns gegenseitig alles zu neiden und wegzunehmen. Und gleichzeitig ist es viel mehr. Weil es ein Teil von unserem Leben sein kann. Weil es uns eine unendlich große Freiheit schenkt - in dem Konkurrenzkampf, in dem auch wir uns immer wieder befinden, nicht mitspielen zu müssen - und es uns eine Würde gibt, die uns niemand mehr nehmen kann. Weil wir unsere Größe nicht mehr davon abhängig machen müssen, ob wir über oder unter jemand stehen, sondern wir unsere Größe dadurch zeigen, dass wir anderen etwas von uns abgeben und für sie da sind. Großherzig. Großmütig. Großartig. Amen.
Lied: NL 93, 1-3 Wo Menschen sich vergessen
Lasst uns miteinander und füreinander beten:
Barmherziger Gott,
Du machst uns Mut,
unsere Größe nicht darin zu suchen,
dass wir uns über andere stellen,
sondern indem wir für andere da sind.
unsere Größe nicht darin zu suchen,
dass wir uns über andere stellen,
sondern indem wir für andere da sind.
Du machst uns Mut,
nicht immer gleich unsere Ellbogen auszufahren
und zu kämpfen,
sondern großherzig zu sein.
Weil wir uns als deine Töchter und Söhne, die von dir geliebt werden,
eine solche Größe leisten können,
und um deine Anerkennung keine Angst haben müssen.
nicht immer gleich unsere Ellbogen auszufahren
und zu kämpfen,
sondern großherzig zu sein.
Weil wir uns als deine Töchter und Söhne, die von dir geliebt werden,
eine solche Größe leisten können,
und um deine Anerkennung keine Angst haben müssen.
Und du machst uns Mut,
von einer anderen Welt zu träumen,
in der wir Menschen gerechter miteinander leben können,
und friedlicher, indem wir einander Gutes tun.
von einer anderen Welt zu träumen,
in der wir Menschen gerechter miteinander leben können,
und friedlicher, indem wir einander Gutes tun.
Hilf uns, diese Träume
in unseren Familien und Beziehungen zu leben,
und in unserer Welt.
in unseren Familien und Beziehungen zu leben,
und in unserer Welt.
Ganz besonders bitten wir dich für die Menschen in der Ukraine:
Steh ihnen bei, mitten im Krieg
hilf, dass die Gewalt dort endet
und der Friede wächst.
Steh ihnen bei, mitten im Krieg
hilf, dass die Gewalt dort endet
und der Friede wächst.
Wir beten weiter - miteinander und füreinander - in der Stille.
Wir beten weiter mit den Worten Jesu:
Vater unser im Himmel
geheiligt werde dein Name
Dein Reich komme
Dein Wille geschehe
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.
geheiligt werde dein Name
Dein Reich komme
Dein Wille geschehe
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.
Und der Friede, der höher ist als alle Vernunft,
bewahre eure Herzen und Sinne
in Christus Jesus. Amen.
in Christus Jesus. Amen.
Lied: EG 436 Herr, gib uns deinen Frieden
Wochenspruch:
Der Menschensohn ist nicht gekommen,
dass er sich dienen lasse,
sondern dass er diene und gebe sein Leben
als Lösegeld für viele.
Empfangt den Segen Gottes:
Der Menschensohn ist nicht gekommen,
dass er sich dienen lasse,
sondern dass er diene und gebe sein Leben
als Lösegeld für viele.
Empfangt den Segen Gottes:
Der Herr segne euch und behüte euch.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch
und sei euch gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch Frieden.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch
und sei euch gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch Frieden.
Pfr. Paul Wassmer, Sonntag, 3. April 2022, Maulburg)
