Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus
und die Liebe Gottes
und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes
sei mit euch allen.
Gott segne Reden und Hören. Amen.
Liebe Gemeinde
Wir hören heute auf einen Ausschnitt aus dem 14. Kapitel des Jeremia-Buches. Dort beschreibt Gott mit drastischen Worten die Folgen einer Dürre, die über das Land gekommen ist. Es heißt dort:
Dies ist das Wort, das der HERR zu Jeremia sagte über die große Dürre: Juda liegt jämmerlich da, seine Städte verschmachten. Sie sinken trauernd zu Boden, und Jerusalems Wehklage steigt empor. Die Großen schicken ihre Diener nach Wasser; aber wenn sie zum Brunnen kommen, finden sie kein Wasser und bringen ihre Gefäße leer zurück. Sie sind traurig und betrübt und verhüllen ihre Häupter. Die Erde ist rissig, weil es nicht regnet auf das Land. Darum sind die Ackerleute traurig und verhüllen ihre Häupter. Selbst die Hirschkühe, die auf dem Felde werfen, verlassen die Jungen, weil kein Gras wächst. Die Wildesel stehen auf den kahlen Höhen und schnappen nach Luft wie die Schakale; ihre Augen erlöschen, weil nichts Grünes wächst.
Nach diesen Worten Gottes, in denen er die Folgen der Dürre beschreibt, hören wir auf die Antwort des Propheten Jeremia.
Ach, HERR, wenn unsre Sünden uns verklagen, so hilf doch um deines Namens willen! Denn unser Ungehorsam ist groß, womit wir wider dich gesündigt haben. Du bist der Trost Israels und sein Nothelfer. Warum stellst du dich, als wärst du ein Fremdling im Lande und ein Wanderer, der nur über Nacht bleibt? Warum bist du wie einer, der verzagt ist, und wie ein Held, der nicht helfen kann? Du bist ja doch unter uns, HERR, und wir heißen nach deinem Namen; verlass uns nicht!
und die Liebe Gottes
und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes
sei mit euch allen.
Gott segne Reden und Hören. Amen.
Liebe Gemeinde
Wir hören heute auf einen Ausschnitt aus dem 14. Kapitel des Jeremia-Buches. Dort beschreibt Gott mit drastischen Worten die Folgen einer Dürre, die über das Land gekommen ist. Es heißt dort:
Dies ist das Wort, das der HERR zu Jeremia sagte über die große Dürre: Juda liegt jämmerlich da, seine Städte verschmachten. Sie sinken trauernd zu Boden, und Jerusalems Wehklage steigt empor. Die Großen schicken ihre Diener nach Wasser; aber wenn sie zum Brunnen kommen, finden sie kein Wasser und bringen ihre Gefäße leer zurück. Sie sind traurig und betrübt und verhüllen ihre Häupter. Die Erde ist rissig, weil es nicht regnet auf das Land. Darum sind die Ackerleute traurig und verhüllen ihre Häupter. Selbst die Hirschkühe, die auf dem Felde werfen, verlassen die Jungen, weil kein Gras wächst. Die Wildesel stehen auf den kahlen Höhen und schnappen nach Luft wie die Schakale; ihre Augen erlöschen, weil nichts Grünes wächst.
Nach diesen Worten Gottes, in denen er die Folgen der Dürre beschreibt, hören wir auf die Antwort des Propheten Jeremia.
Ach, HERR, wenn unsre Sünden uns verklagen, so hilf doch um deines Namens willen! Denn unser Ungehorsam ist groß, womit wir wider dich gesündigt haben. Du bist der Trost Israels und sein Nothelfer. Warum stellst du dich, als wärst du ein Fremdling im Lande und ein Wanderer, der nur über Nacht bleibt? Warum bist du wie einer, der verzagt ist, und wie ein Held, der nicht helfen kann? Du bist ja doch unter uns, HERR, und wir heißen nach deinem Namen; verlass uns nicht!

Liebe Gemeinde
Es gibt Bibeltexte, die machen es einem als Prediger nicht leicht. Die sind wie ein großer Stein, der einem immer nur im Weg liegt, so dass man fragt sich, wie gehe ich damit nur um?
Auch der heutige Predigttext gehört für mich in diese Kategorie. Denn auch wenn ich nicht weiß, wie es ihnen beim ersten Hören erging, so finde ich, er ist keine leichte Kost. Sicher, er gibt uns so manche Zugänge für uns heute. Da sind die Bilder von der Dürre, die einen zwangsläufig an die Auswirkungen des Klimawandels denken lassen. Wie leicht wäre es da, Gott erneut sprechen zu lassen. Er müsste uns Menschen nicht einmal moralinsaure Vorwürfe machen. Es würde schon reichen, so wie damals bei der Dürre in Israel, die verschiedenen Auswirkungen des Klimawandels zu benennen:
Etwa so:
So spricht Gott der Herr:
Es gibt Bibeltexte, die machen es einem als Prediger nicht leicht. Die sind wie ein großer Stein, der einem immer nur im Weg liegt, so dass man fragt sich, wie gehe ich damit nur um?
Auch der heutige Predigttext gehört für mich in diese Kategorie. Denn auch wenn ich nicht weiß, wie es ihnen beim ersten Hören erging, so finde ich, er ist keine leichte Kost. Sicher, er gibt uns so manche Zugänge für uns heute. Da sind die Bilder von der Dürre, die einen zwangsläufig an die Auswirkungen des Klimawandels denken lassen. Wie leicht wäre es da, Gott erneut sprechen zu lassen. Er müsste uns Menschen nicht einmal moralinsaure Vorwürfe machen. Es würde schon reichen, so wie damals bei der Dürre in Israel, die verschiedenen Auswirkungen des Klimawandels zu benennen:
Etwa so:
So spricht Gott der Herr:
Seht ihr die Feuer in Australien? Seht ihr die Hitze, die dort herrscht und die Trockenheit, die jeden Ast sofort auflodern lässt, wenn das Feuer ihn nur von fern berührt? Seht ihr die Tiere und die Menschen, die vor dem Rauch fliehen? Und die bald nicht mehr wissen, wohin sie gehen sollen. Seht ihr sie und die Not dort?
Und seht ihr den Starkregen, der in den vergangenen Jahren immer wieder auf einzelne Dörfer in Deutschland niedergegangen ist? Die Sturzfluten aus dem Himmel, welche alle Bäche und Keller überfluteten? Die Schlammlawinen, die Autos und ganze Häuser mit sich rissen? Seht ihr es?
Und seht ihr das Schmelzen der Eisberge an den Polen? Seht ihr, wie sich die Meere erwärmen und der Wasserpegel steigt, so dass manche Länder um ihr Überleben fürchten? Seht ihr es?

Und wer weiß, vielleicht würden wir auf diese Rede Gottes ja ähnlich antworten, wie damals Jeremia. Wir würden von unserer Schuld reden und davon, dass wir nicht mehr so weitermachen wollen wie bisher, weil wir sehen, worauf Gott uns mit seinem Finger zeigt.
Aber wäre es auch richtig, die Worte von damals einfach so - eins zu eins - mit unserer Zeit parallel zu setzen? Vermutlich nicht. Schließlich war die Dürre damals keine globale Klimaerwärmung - und auch die Schuld, von der Jeremia spricht, ist eine andere, als unsere Schuld heute. Was also können wir dann aus dem Worten von Jeremia für uns mitnehmen, außer diesem diffusen Gefühl, dass sie auch uns angehen, direkt angehen, wenn wir nur die Augen öffnen?
Drei Spuren möchte ich folgen. Drei Vergleichspunkte setzen, zwischen der Welt damals und unserer Welt heute. Denn es tut uns gut, im Glauben und im Leben, aus der Vergangenheit zu lernen. Damit wir nicht blind in die Zukunft laufen, sondern uns mit offenen Augen dem stellen, was vor uns liegt.
Die erste Spur; der erste Vergleichspunkt:
Um was ging es Jeremia damals? Warum sandte ihm Gott diesen Weckruf, in dem er die dramatischen Folgen der Dürre beschrieb?
Es ging um eine falsche Selbstsicherheit. Und um eine falsche Gottessicherheit, in der sich die Leute wiegten. Denn die Leute dachten damals, ihnen könnte nichts geschehen. Schließlich hatten sie ja Gott auf ihrer Seite. Er war ihnen ganz nah. Er wohnte im Tempel, in Jerusalem, und war dort für sie greifbar. Die Priester mit ihren Ritualen konnten ihn anrufen. Die Propheten sprachen in seinem Namen und sagten, es sei alles in Ordnung. Warum also sollten sie sich Sorgen machen über ihre Feinde? Warum sollten sie ihr Verhalten ändern, solange alles so rund lief?
Mitten in diese Stimmung einer fatalen Selbstsicherheit, die jeden Kontakt zur Wirklichkeit verloren hat, angefeuert von einem Heer falscher Propheten, kommt dieser Weckruf. Seht euch um, sagt Gott durch den Propheten Jeremia. Macht eure Augen auf. Seht ihr die Dürre? Ihr seid nicht sicher, sondern sitzt einem Trugbild auf. Denn es kann jederzeit etwas geschehen, das eure Welt zum Kippen bringt. Darum ruht euch nicht darauf aus, was gestern war. Und glaubt nicht, ihr könntet Gott besitzen. Keiner kann das. Gott geht seine eigenen Wege. Und wenn ihr den Weg des Unrechts geht, könnt ihr von Gott nicht erwarten, dass er dieses Unrecht für euch unter den Teppich kehrt. Nein. Das Unrecht fällt auf euch zurück.
Auch unser Unrecht heute fällt auf uns zurück. Zu diesem Unrecht gehört, dass wir, durch Gedankenlosigkeit, durch blinde Technikgläubigkeit, durch Raffgier und der Suche nach dem schnellen Geld, ... dabei sind, die Natur komplett durcheinanderzubringen. Unsere Vorväter und Väter haben damit begonnen, indem sie das Industriezeitalter einläuteten, das auf die Verbrennung von Kohle, Gas und Öl aufbaute. Sie wussten damals nicht, was daraus erwachsen würde. Sie ahnten nicht, in welchen Mengen die Menschen später einmal Gas, Öl und Kohle verbrennen würden. Sonst hätten sie vielleicht schon damals etwas dagegen unternommen. So aber gewöhnte sich die Welt daran. Bis es mehr und mehr wurde. Bis es zu viel wurde. So wie heute. Und doch machen wir noch immer genauso weiter. Mit dem Flugverkehr, dem Energieverbrauch der Computer, den Millionen von Autos,... und vielem anderen mehr. Nein, die große Wende, die wir alle brauchen, hat noch lange nicht stattgefunden. Denn auch heute gibt es falsche Propheten, welche eine Sicherheit vorgaukeln, die es so gar nicht nicht.
So brauchen auch wir heute einen Weckruf. Ein lautes „Wacht auf!" von Gott. Damit wir seine Schöpfung nicht zugrunde richten, sondern sie für uns und für unsere Kinder und Enkelkinder bewahren. Von daher: die Situation ist nicht vergleichbar. Der Weckruf aber ist trotzdem mehr als nötig. Ja, vielleicht kann er gar nicht dramatisch genug ausfallen.
Eine zweite Spur; ein zweiter Vergleichspunkt:
In den Worten aus der Bibel ruft Jeremia in seiner Not Gott an. Trotz der drastischen Folgen der Dürre gibt Jeremia die Hoffnung auf Gott nicht auf. Er lebt mit Gott als einem Gegenüber, als einem Du, dem er alles anvertrauen kann.
Dieser Beziehungsgedanke könnte auch ein Schlüssel für die Lösung vieler Probleme heute sein. Schließlich haben wir Menschen um uns herum eine Welt errichtet, die sich hauptsächlich auf das „Haben" konzentriert. Ein „Haben", das immer mehr Resourcen verbraucht, die wir als Menschheit auf Dauer nicht haben. Worauf Jeremia baut, ist kein solches „Haben", sondern ein Du als Gegenüber. Dieses Du trägt ihn. Dieses Du macht ihn reich. Nicht sein Besitz. Vielleicht wäre das ja auch der Schlüssel für die Lösung unserer Probleme? Dass wir nicht immer nach einem mehr an materiellem Wohlstand streben, sondern statt dessen einen Reichtum an Beziehungen suchen. Einen Reichtum an inneren Schätzen, zu denen der Glaube einen Teil beitragen kann. Von daher, als zweiter Gedanke: sehen wir nicht nur auf das, was wir verlieren, wenn wir - um die Schöpfung zu bewahren - unser Verhalten ändern. Sehen wir auch auf das, was wir an Leben gewinnen. Und das uns vielleicht sogar glücklicher macht, als alles Anhäufen von Geld und Gut der Welt.
Und zuletzt, ein dritter Gedanke, eine dritte Spur:
Was machen wir mit der Angst? Was machen wir, wenn der Weckruf uns erreicht hat und uns bis ins Mark erschüttert? Wenn wir so, wie Greta Thunberg, die möglichen Folgen des Klimawandels ganz nah an uns heranlassen und spüren, dass sie uns innerlich zerreißen wollen? Sollen wir dann dieser Angst folgen, obwohl wir wissen, dass Angst selten ein guter Ratgeber ist? Auch wenn uns die Angst hilft, uns aus falschen Sicherheiten und Gewohnheiten herauszurufen?
Dazu ein Gedanke von Martin Schleske, einem Geigenbauer und Schriftsteller. Er sagt:
Wer in Sorgen und Ängsten lebt, hat keinen Zugang zu den Weisheitsschätzen seiner Seele. ... ihm fehlt der Mut, Dinge nicht zu verstehen. Darum beschränkt er sich auf das, was er weiß. Die Angst treibt ihn dorthin, wo er sich ... sicher ist. Dort aber geschieht nichts Kreatives. (Aus dem Kalender 2020 zur Fastenzeit)
Angst verschließt uns. Sie nimmt uns die Kreativität. Sie lässt uns das tun, was uns in der Angst im ersten Moment als richtig erscheint, was aber nicht unbedingt auch richtig sein muss. Darum, was auch immer auf uns zukommt, wir dürfen der Angst nicht das Zepter überlassen, sonst springen wir am Ende zu kurz.
„Du bist der Trost Israels und sein Nothelfer", spricht Jeremia zu Gott. „Warum stellst du dich, als wärst du ein Fremdling im Lande und ein Wanderer, der nur über Nacht bleibt?"
Die eigene Angst Gott klagen, der uns hilft, nicht aus der Angst zu leben, sondern aus der Kraft der Liebe, auch das können wir aus den Worten von Jeremia lernen.
Liebe Gemeinde
Drei Spuren, drei Vergleichspunkte, habe ich benannt, die uns mit den Worten aus der Bibel für den heutigen Sonntag verbinden:
Öffnet eure Augen für die Welt um euch herum. Wiegt euch nicht in falschen Sicherheiten, sondern stellt euch den Sünden der Vergangenheit, denn nur so kann das Leben wachsen. Das ist das Erste.
Dann: sucht den Reichtum nicht nur im Materiellen. Sucht ihn in euren Beziehungen und in euren inneren Schätzen. Dort wohnt das wahre Glück. Nicht im Besitzen von Dingen.
Und zuletzt: redet mit Gott. Er hilft euch, dass ihr euch nicht in euren Ängsten einschließt. Er schenkt eurer Seele eine Heimat und öffnet euch für das Leben. Jetzt und in Ewigkeit. Amen.
Pfr. Paul Wassmer (2. So. n. Epiph. 19.1.2020, Maulburg)
